Endreinigung oder Umzugsreinigung: der feine Unterschied erklärt
Wer übersiedelt, liest in Inseraten, Mietverträgen und Angeboten zwei Begriffe: Endreinigung und Umzugsreinigung. Beide klingen gleich, meinen aber nicht immer dasselbe. Wer den Unterschied kennt, bestellt genau die Leistung, die er braucht.
Dieser Ratgeber erklärt, wofür welcher Begriff steht, was Sie als Mieter in Österreich beim Auszug schulden und welche Stellen bei der Übergabe genau angeschaut werden. Am Ende wissen Sie, wie Sie die Reinigung planen, damit die Kaution nicht zum Streitthema wird.
Graz, Ende Juni. Familie M. zieht von einer Altbauwohnung in Geidorf in ein Reihenhaus am Stadtrand. Die Übersiedlungsfirma ist gebucht, die Kartons stapeln sich im Vorzimmer.
Dann kommt die Mail der Hausverwaltung: Übergabe am 30. um zehn Uhr, „gereinigt“. Frau M. tippt in die Suchmaschine und findet zwei Wörter. „Brauchen wir jetzt eine Endreinigung oder eine Umzugsreinigung? Und gibt es da überhaupt einen Unterschied?“
Zwei Begriffe, ein Anlass
Beide Wörter beschreiben eine Reinigung rund um einen Wohnungswechsel. Einheitliche Definitionen gibt es nicht, jeder Anbieter verwendet sie etwas anders. Trotzdem hat sich eine grobe Trennung eingebürgert.
- Endreinigung: Die alte Wohnung wird nach dem Ausräumen gereinigt. Ziel ist die Übergabe an Vermieter, Hausverwaltung oder Nachmieter.
- Umzugsreinigung: Der Oberbegriff für alles rund um die Übersiedlung. Dazu kann die Endreinigung der alten und eine Reinigung der neuen Wohnung vor dem Einzug gehören.
Kurz gesagt: Beim Auszug ist die Endreinigung Teil der Umzugsreinigung, aber nicht jede Umzugsreinigung endet mit einer Übergabe.
Wann Sie eine Endreinigung brauchen
Die Endreinigung hat ein klares Ziel: Die Wohnung soll bei der Übergabe keinen Anlass für Abzüge geben. Sie findet statt, wenn alle Möbel draußen sind und nur noch die leeren Räume zählen.
Typische Anlässe sind das Ende eines Mietvertrags, der Verkauf einer Eigentumswohnung oder die Rückgabe einer Dienstwohnung. Auch wer eine geerbte Wohnung leert, plant oft eine Endreinigung, bevor Makler und Interessenten kommen.
Endreinigung vor der Übergabe anfragen
Leere Wohnung sauber an die Hausverwaltung übergeben
Wann die Umzugsreinigung mehr umfasst
Manche Menschen wollen beide Wohnungen auf einmal erledigt haben. Dann ist die Umzugsreinigung der passende Rahmen. Sie deckt den Auszug und den Einzug ab.
Die neue Wohnung ist oft nicht so sauber, wie sie wirkt. Der Vormieter hat vielleicht nur besenrein übergeben, oder Handwerker haben Staub hinterlassen. Vor dem Einräumen lassen sich Kästen, Fensterbretter und Böden am leichtesten reinigen.
Gut zu wissen: Zwischen Auszug und Einzug liegen oft nur wenige Tage. Wer beide Termine gleichzeitig anfragt, plant entspannter und muss nicht zweimal organisieren.
Was Mieter in Österreich beim Auszug schulden
Grundsätzlich geben Sie die Wohnung so zurück, wie Sie sie übernommen haben. Normale Abnützung durch das Wohnen ist dabei erlaubt. Ein vergilbter Lichtschalter oder leichte Gehspuren im Parkett sind kein Schaden.
Schmutz ist aber keine Abnützung. Eine fettige Dunstabzugshaube, Kalk in der Dusche oder Klebereste an den Fliesen kann der Vermieter beanstanden. Im Streitfall behält er dann einen Teil der Kaution ein.
Wer die Reinigung erledigt, entscheiden Sie selbst. Die Pflicht liegt beim Mieter, nicht bei einer bestimmten Firma. Ob Sie selbst putzen, Freunde helfen oder ein Reinigungspartner kommt, ist Ihre Wahl, solange das Ergebnis passt.
Reicht „besenrein“ bei der Übergabe?
Das Wort steht in vielen Mietverträgen und sorgt trotzdem für Diskussionen. Besenrein heißt: Die Räume sind leer, Mist und grober Schmutz sind weg, die Böden gekehrt. Backrohr, Fensterglas oder Fliesenfugen im Detail zu reinigen, gehört nach üblichem Verständnis nicht dazu.
In der Praxis ist die Grenze trotzdem unscharf. Wer Kalkränder in der Dusche oder einen Fettfilm über dem Herd zurücklässt, muss mit Einwänden rechnen, auch bei einem besenreinen Vertrag. Ob eine Verschmutzung über das normale Wohnen hinausgeht, klärt im Streitfall erst das Gericht.
Verlangt der Vertrag ausdrücklich mehr, etwa eine Reinigung durch eine Fachfirma, ist nicht jede solche Klausel automatisch wirksam. Bei Unklarheit fragen Sie bei der Arbeiterkammer oder einer Mieterorganisation nach.
Diese Stellen schaut die Hausverwaltung an
Bei der Übergabe geht jemand mit dem Protokoll durch die Räume. Geprüft wird dort, wo Schmutz lange unbemerkt bleibt. Eine Liste hilft, nichts zu vergessen.
- Küche: Backrohr, Dunstabzug samt Filter, Kühlschrank, Kästen innen und Fliesenspiegel
- Bad und WC: Kalk an Armaturen, Fugen, Duschwand, Abfluss und Spiegel
- Fenster: Glas innen und außen, Rahmen, Falze und Fensterbretter
- Kleinigkeiten: Türstöcke, Lichtschalter, Heizkörper, Sockelleisten
- Nebenräume: Kellerabteil, Balkon und das Abteil am Dachboden, falls vorhanden
Sperrmüll im Keller zählt oft mehr als ein Fleck am Boden. Bringen Sie alte Möbel rechtzeitig zum Mistplatz oder ins Altstoffsammelzentrum Ihrer Gemeinde.
Selbst putzen oder Hilfe holen?
Wer Zeit hat und die Wohnung gut kennt, schafft die Endreinigung oft selbst. Unterschätzt wird meist die Dauer, nicht die Arbeit. Backrohr, Fenster und Bad brauchen je nach Fläche, Zustand und Fensterzahl deutlich länger als erwartet.
Am Übersiedlungstag selbst bleibt dafür kaum Kraft. Planen Sie die Reinigung deshalb nach dem Ausräumen und vor der Übergabe ein, mit etwas Puffer.
Fotos sind Ihre beste Absicherung. Fotografieren Sie jeden Raum nach der Reinigung, auch Backrohr, Dusche und Fensterbretter. Hängen Sie im Zweifel das Übernahmeprotokoll von damals daneben.
Gehen Sie die Wohnung am Vortag der Übergabe noch einmal allein durch. Was Ihnen dabei auffällt, lässt sich mit etwas Zeitpuffer noch vor der Übergabe nachholen. Am Übergabetag selbst ist dafür keine Zeit mehr.
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Rasche Antwort, Termin meist in 2 bis 5 Tagen
Wann sich Hilfe für die Übergabe lohnt
Hilfe lohnt sich, wenn die Übergabe knapp nach dem Auszug liegt oder Sie schon in einer anderen Stadt wohnen. Über Mr. Cleaner fragen Sie eine Endreinigung für die leere Wohnung an, ein lokaler Reinigungspartner übernimmt den Einsatz. Abgerechnet wird nach Stunden, gebucht wird ab 2 Stunden.
Sie bekommen rasch eine Antwort, ein Termin ist meist in 2 bis 5 Tagen möglich. Bei sehr viel Aufwand kommt ein Reinigungspartner zuerst zur kostenlosen Besichtigung, danach erhalten Sie einen festen Preis. Für Schäden ist der Reinigungspartner versichert.
Wie viele Stunden es werden, hängt von Größe, Zustand und Extras wie Backrohr oder Fenstern ab. Je genauer Sie die Wohnung in der Anfrage beschreiben, desto besser passt die Planung.
Was die Abnahmegarantie bedeutet
Die Reinigung ist auf die Übergabe an Vermieter oder Hausverwaltung ausgelegt. Beanstandet die Hausverwaltung oder der Vermieter die Reinigung berechtigt, wird kostenlos nachgereinigt. Schäden und normale Abnützung sind davon nicht umfasst. Melden Sie den Mangel am besten gleich bei der gemeinsamen Abnahme, sonst möglichst binnen 48 Stunden, und legen Sie ein Foto oder das Protokoll bei.
Mehr zu Ihren Rechten und Pflichten lesen Sie im Ratgeber Mietrecht und Endreinigung. Praktische Tipps für den Übergabetag finden Sie unter Umzugsreinigung: 10 Tipps für die Wohnungsübergabe.
Fazit: Der Anlass entscheidet über den Begriff
Geht es nur um die alte Wohnung und die Übergabe, ist die Endreinigung gemeint. Sollen alte und neue Wohnung sauber werden, sprechen Sie besser von einer Umzugsreinigung. Wichtiger als das Wort ist eine klare Absprache, was gereinigt wird.
Familie M. hat die Altbauwohnung am Ende pünktlich übergeben. Die Hausverwaltung hat zwei Minuten ins Backrohr geschaut, unterschrieben und die Schlüssel genommen.
