Winterfit: Fensterreinigung und Pflege nach einem stürmischen Sommer

Titelbild: saubere Fenster an einem Altbau vor dem Winter

Ein Sommer mit Hitze, Gewittern und Staubwolken geht an keinem Fenster spurlos vorbei. Bleiben die Ablagerungen bis in den Winter, setzen Frost und Feuchtigkeit Rahmen und Dichtungen zu. Der Herbst ist deshalb der richtige Moment für eine Pflegerunde.

Hier lesen Sie, in welcher Reihenfolge Sie Fenster vor dem Winter reinigen und wie Dichtungen geschmeidig bleiben. Außerdem geht es um Kastenfenster im Altbau und um die Frage, wann es draußen zu kalt zum Putzen wird.

Wien, ein Gründerzeithaus im fünften Bezirk. Frau D. sitzt an einem trüben Oktobertag am Esstisch und schaut hinaus. Die Scheiben zeigen noch die Schlieren des letzten Augustgewitters.

In den Fensterecken kleben Blütenreste, auf dem Blech draußen liegt eine graue Kruste. „Wenn ich das jetzt nicht mache, sehe ich es bis März.“

Was ein stürmischer Sommer an den Fenstern hinterlässt

Gewitterregen wäscht die Scheiben nicht, er verteilt den Schmutz. Staub aus der Luft verbindet sich mit Regenwasser zu einem Film, der beim Trocknen fest haftet. Dazu kommen Pollen, Vogelkot, Insektenreste und manchmal rötlicher Saharastaub.

Hagel und Sturm drücken Blätter und Schmutz in Rillen und Ablauföffnungen. Verstopfte Entwässerungsschlitze im Rahmen lassen Wasser stehen. Im Winter friert dieses Wasser und kann Dichtungen und Profile beschädigen.

Wie Sie rötliche Staubschichten richtig lösen, zeigt der Beitrag zur Fensterreinigung nach Saharastaub.

Der richtige Zeitpunkt vor dem ersten Frost

Ideal ist ein trockener, bedeckter Tag im Oktober oder Anfang November. Direkte Sonne trocknet das Putzwasser zu rasch und hinterlässt Streifen. Die Tage rund um Allerheiligen bieten sich an, wenn ohnehin Ordnung gemacht wird.

Planen Sie lieber zwei kurze Einheiten als einen langen Tag. Innen lässt sich auch bei Regen arbeiten, außen braucht es eine trockene Phase. So bleibt die Arbeit flexibel, wenn das Herbstwetter umschlägt.

Wichtig ist die Temperatur. Über fünf Grad lässt sich ohne Zusätze arbeiten. Darunter wird es knifflig, dazu mehr weiter unten.

So läuft eine Fensterreinigung ab

Fensterreinigung vor dem Winter anfragen

Glas, Rahmen und Fensterbänke vor dem ersten Frost

Erst Rahmen und Dichtungen, dann das Glas

Wer mit den Scheiben beginnt, putzt sie zweimal. Schmutz aus Rahmen und Falzen läuft sonst beim Abwischen über das frisch gereinigte Glas. Daher gilt eine feste Reihenfolge:

  1. Losen Schmutz aus Falzen und Ecken mit Pinsel oder Staubsauger entfernen.
  2. Entwässerungsschlitze mit einem Zahnstocher oder dünnen Draht freimachen.
  3. Rahmen mit lauwarmem Wasser und etwas mildem Spülmittel abwaschen.
  4. Dichtungen feucht abwischen und gut trocknen lassen.
  5. Zum Schluss die Scheiben innen und außen reinigen und abziehen.

Dichtungen aus Gummi danken eine dünne Schicht Pflegemittel, etwa Silikon- oder Glycerinpflege. Sie bleiben dadurch elastischer und frieren bei Frost seltener am Rahmen fest. Beschläge bekommen einen Tropfen Öl, damit sich das Fenster im Winter leicht öffnen lässt.

Vergessen Sie Rollläden, Jalousien und Insektengitter nicht. Insektengitter nehmen Sie vor dem Winter ab, spülen sie mit der Brause aus und lagern sie trocken. Rollladenführungen saugen Sie aus, damit nichts klemmt, wenn es friert.

Gut zu wissen: Kunststoffrahmen vertragen keine Scheuermittel, Holzrahmen kein stehendes Wasser. Prüfen Sie bei Holzfenstern gleich, ob der Lack Risse zeigt.

Kleine Lackschäden bessern Sie an einem trockenen, milden Herbsttag aus, bevor Feuchtigkeit ins Holz zieht. Rohes Holz quillt im Winter auf und lässt den Flügel klemmen. Danach braucht die Farbe einige Tage Ruhe, bevor das Fenster wieder kräftig gereinigt wird.

Welche Reinigungsmittel für Fenster reichen

Für die Herbstrunde braucht es keine Batterie an Spezialflaschen. Lauwarmes Wasser mit einem Spritzer Geschirrspülmittel löst den Großteil des Sommerfilms. Dazu ein Mikrofasertuch, ein Abzieher mit sauberer Gummilippe und ein trockenes Baumwolltuch für die Ränder.

Bei fettigem Belag in Küchennähe hilft ein Glasreiniger mit Alkohol. Ein Schuss Spiritus im Wasser wirkt ähnlich und beugt Streifen vor. Kalkflecken vom Regenwasser lösen sich mit verdünntem Essig.

  • Essig nicht auf Dichtungen und Naturstein: er macht Gummi spröde und greift Marmor an.
  • Keine Scheuermilch und keine grünen Schwämme: sie zerkratzen Glas und Kunststoff.
  • Beschichtete Scheiben nur mit Mitteln reinigen, die der Hersteller freigibt.
  • Zeitungspapier ist als Poliertuch ungeeignet, die Druckerfarbe färbt auf helle Rahmen ab.

Weniger Mittel und mehr klares Wasser ergeben die streifenfreiere Scheibe.

Kastenfenster im Altbau: doppelte Arbeit, doppelter Nutzen

In Wiener Altbauten und vielen älteren Häusern sitzen Kastenfenster mit zwei Flügelpaaren. Das bedeutet vier Glasseiten pro Fenster und einen Zwischenraum, in dem sich über den Sommer viel Staub sammelt. Gerade dort beschlagen die Scheiben im Winter, wenn Schmutz Feuchtigkeit bindet.

Öffnen Sie zuerst die inneren Flügel und saugen Sie den Zwischenraum aus. Dann reinigen Sie die Innenseite der äußeren Flügel, bevor Sie zur Außenseite wechseln. Achten Sie auf alte Kitt- und Farbschichten, die nur vorsichtig behandelt werden dürfen.

Klemmt ein Flügel oder schließt er nicht mehr dicht, ist jetzt der Moment für den Tischler. Undichte Kastenfenster lassen viel Wärme hinaus und kühlen die Zimmer spürbar aus. Mieter melden solche Mängel am besten schriftlich an die Hausverwaltung.

Fenster putzen bei Kälte: geht das?

Ja, mit etwas Vorsicht. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt friert Wasser auf der Außenscheibe, bevor Sie es abziehen können. Ein kleiner Schuss Spiritus im lauwarmen Wasser senkt den Gefrierpunkt.

Arbeiten Sie in kleinen Abschnitten und ziehen Sie sofort ab. Bei Frost und Eis bleiben die Außenseiten besser bis zum nächsten milden Tag liegen. Eine vereiste Scheibe putzt niemand sauber.

Fensterbänke und Kondenswasser im Blick behalten

Außenfensterbänke aus Blech oder Stein sammeln Laub und Ruß. Entfernen Sie den Belag und prüfen Sie, ob Wasser frei nach außen abläuft. Bei Naturstein wie Marmor sind säurehaltige Reiniger tabu.

Innen zeigt sich in der Heizperiode, ob das Fenster gut dicht ist. Kondenswasser am unteren Rand der Scheibe sollten Sie in der Früh abwischen. Kurzes Stoßlüften mehrmals am Tag hält die Luftfeuchtigkeit niedrig und beugt Schimmel in den Ecken vor.

Undichte Fenster vor dem Winter abdichten

Nach dem Putzen ist ein guter Moment, die Dichtheit zu prüfen. Ein einfacher Test: Klemmen Sie einen Papierstreifen zwischen Flügel und Rahmen und schließen Sie das Fenster. Lässt sich der Streifen ohne Widerstand herausziehen, schließt das Fenster an dieser Stelle nicht dicht.

Bei modernen Kunststoff- und Holzfenstern lässt sich der Anpressdruck in der Regel an den Beschlägen nachstellen. Kleine Exzenterzapfen am Flügelrand werden dafür etwas gedreht. Wer unsicher ist, fragt den Fensterbauer oder die Hausverwaltung.

  • Poröse Gummidichtungen tauschen, statt sie nur zu pflegen.
  • Selbstklebende Dichtungsbänder schließen Spalten an alten Kastenfenstern.
  • Kleine rissige Innenfugen mit geeignetem Acryl ausbessern, Außenfugen der Hausverwaltung melden.

Kontrolle während der Heizperiode

Fenster brauchen auch im Winter ab und zu einen Blick. Achten Sie nach Frostnächten auf Eis in den Falzen und auf Wasser, das sich am Rahmen staut. Dunkle Punkte in den Ecken sind ein frühes Zeichen für Schimmel und gehören sofort weggewischt.

Schnee auf der Außenfensterbank schieben Sie bei Tauwetter weg, damit das Schmelzwasser nicht gegen den Rahmen drückt. Lassen sich Flügel schwer öffnen, können festgefrorene Dichtungen der Grund sein. Dann nicht mit Gewalt ziehen, sondern warten, bis die Raumwärme sie löst.

Reinigungspartner im Einsatz

Reinigungspartner beim Fensterputzen im Herbst

Klare Sicht durch den Winter

Rasche Antwort, Termin meist in 2 bis 5 Tagen

Wann sich Hilfe beim Fensterputzen lohnt

Hohe Altbaufenster, viele Kastenfenster oder Scheiben im Stiegenhaus sind mit der Haushaltsleiter mühsam und nicht ohne Risiko. Dann lohnt es sich, die Herbstrunde einmalig abzugeben. Über Mr. Cleaner fragen Sie einen lokalen Reinigungspartner für die Fensterreinigung an.

Rahmen, Falz und Fensterbänke sind bei der Fensterreinigung inklusive, Jalousien und Rollos reinigt der Partner auf Wunsch mit, Rollläden auch außen. Als Richtwert gelten 15 bis 20 Minuten für ein Fenster mit zwei Flügeln, innen und außen samt Rahmen. Ein Kastenfenster braucht 30 bis 40 Minuten.

Gearbeitet wird mit der Leiter bis etwa 3 Meter Höhe. Was darüber liegt, geht nur mit Gerüst nach Absprache und mit Extrakosten.

Abgerechnet wird auf Stundenbasis, gebucht wird ab 2 Stunden. Ein Termin ist meist in 2 bis 5 Tagen möglich, Abend- und Samstagstermine nach Absprache, am Sonntag gilt ein Zuschlag von 100 %. Für Schäden ist der Reinigungspartner versichert. Berechtigte Mängel werden kostenlos nachgereinigt.

Wenn Sie lieber selbst putzen, finden Sie im Beitrag Fenster richtig putzen weitere Handgriffe für streifenfreie Scheiben.

Fazit: Eine Pflegerunde im Herbst schützt den ganzen Winter

Rahmen frei machen, Dichtungen pflegen, Glas zuletzt putzen und auf die Temperatur achten. So überstehen Fenster Frost und Heizperiode ohne Schäden und mit klarer Sicht. Kastenfenster brauchen etwas mehr Zeit, belohnen das aber mit weniger beschlagenen Scheiben.

Frau D. hat ihre Fenster am Samstag vor Allerheiligen geputzt, die Kastenfenster im Wohnzimmer zuerst. Als es im Dezember zum ersten Mal schneite, war von den Gewitterschlieren nichts mehr zu sehen.

Dark green decorative wave