Brandschadensanierung: Wie Reinigung und Handwerk zusammenarbeiten

Titelbild: Stiegenhaus mit Rußspuren nach einem Kellerbrand

Nach einem Brand sind meist mehrere Gewerke gefragt. Brandschadensanierung ist kein einzelner Auftrag, sondern eine Abfolge von Schritten, die in der richtigen Reihenfolge erledigt werden müssen.

Dieser Ratgeber zeigt, wer bei der Sanierung welche Aufgabe übernimmt: von der Absicherung über die Rußreinigung bis zu Maler, Elektriker und Bodenleger. Dazu kommen Hinweise zu Versicherung und Hausverwaltung in Österreich.

Ein Abend im November in einem Wohnhaus in Linz-Urfahr. Im Kellerabteil hat sich der Akku eines E-Scooters entzündet. Die Feuerwehr ist rasch da, der Brand bleibt auf den Keller beschränkt.

Am nächsten Tag ist das ganze Stiegenhaus grau. Rauch ist durch die Kellertür bis in den dritten Stock gezogen. „Wo fängt man da überhaupt an?“, fragt eine Bewohnerin die Hausverwalterin.

Was passiert unmittelbar nach dem Brand?

Zuerst kommt die Sicherheit. Die Brandstelle darf erst betreten werden, wenn die Feuerwehr sie freigegeben hat. Strom und Gas bleiben abgeschaltet, bis eine Fachkraft die Leitungen geprüft hat.

Danach wird dokumentiert, bevor irgendetwas bewegt wird. Fotos von allen Räumen und beschädigten Gegenständen sind die Grundlage für jede Schadensmeldung.

  • Versicherung so rasch wie möglich verständigen.
  • Bei Mietwohnungen die Hausverwaltung oder den Vermieter informieren.
  • Fenster öffnen und lüften, sofern die Feuerwehr nichts anderes sagt.
  • Verrußte Flächen nicht anfassen und nicht mit Wasser abwaschen.

Was gehört in die Dokumentation?

Eine lückenlose Dokumentation erspart später Diskussionen mit der Versicherung. Fotografieren Sie jeden Raum aus mehreren Blickwinkeln, auch Decken und Ecken. Nahaufnahmen zeigen, wie dick der Ruß liegt.

  • Liste der beschädigten Gegenstände mit ungefährem Alter.
  • Kaufbelege oder Fotos von wertvollen Stücken, soweit vorhanden.
  • Name des Einsatzleiters der Feuerwehr und die Einsatznummer.
  • Notizen, wann was gemeldet wurde und mit wem gesprochen wurde.

Werfen Sie nichts weg, bevor die Versicherung oder ein Sachverständiger den Schaden gesehen hat. Ausnahmen sind verderbliche Lebensmittel, die fotografiert und dann entsorgt werden.

Wichtig: Der Notruf der Feuerwehr in Österreich ist 122. Auch ein scheinbar gelöschter Glutherd sollte von der Feuerwehr kontrolliert werden.

Wer macht was bei der Sanierung?

Eine Brandschadensanierung verteilt sich auf mehrere Fachleute. Jede Gruppe hat ihren Platz in der Abfolge:

  1. Sachverständige und Versicherung: Sie bewerten den Schaden und legen fest, was ersetzt wird.
  2. Entsorgung: Verkohltes Material und zerstörte Möbel werden ausgeräumt.
  3. Trocknung: Löschwasser wird mit Trocknungsgeräten aus Mauern und Estrich geholt.
  4. Rußreinigung: Wände, Decken und erhaltene Möbel werden von Ruß befreit.
  5. Handwerk: Maler, Elektriker, Installateur und Bodenleger stellen die Räume wieder her.

So läuft eine Brandreinigung ab

Brandreinigung nach Ruß und Rauch anfragen

Ruß von Wänden, Decken und Möbeln entfernen lassen

Wie wird Löschwasser getrocknet?

Wird mit Wasser gelöscht, bleibt Löschwasser zurück. Löschwasser sickert in Estrich, Dämmung und Mauerwerk und bleibt dort lange unsichtbar. Ohne Trocknung drohen Schimmel und muffiger Geruch.

Fachfirmen messen zuerst die Feuchtigkeit in Wänden und Böden. Danach stellen sie Bautrockner auf, bei nassem Estrich auch Geräte, die unter dem Boden trocknen.

Die Trocknung dauert je nach Bauweise einige Wochen. Erst wenn die Messwerte passen, ist der Raum bereit für Reinigung und Handwerk. Feuchte Wände halten weder Farbe noch neuen Putz.

Warum kommt die Reinigung vor dem Maler?

Brandruß kann fettig und korrosiv sein. Wird er einfach überstrichen, schlägt er durch die neue Farbe durch. Der Brandgeruch bleibt in den Wänden.

Deshalb wird zuerst der lose Ruß abgenommen, meist trocken mit speziellen Schwämmen und Saugern. Erst danach folgt die feuchte Reinigung mit passenden Mitteln.

Nach der Reinigung zeigt sich, was wirklich kaputt ist. Manche Wand braucht nur einen neuen Anstrich, andere neuen Putz.

Auch Lüftungsschächte, Heizkörper und Lampen werden in diesem Schritt mitgereinigt. Ruß in versteckten Ecken setzt sonst später wieder Geruch frei, sobald es warm wird.

Hält sich der Geruch trotz Reinigung, kommen Fachfirmen mit Ozon- oder Vernebelungsgeräten zum Einsatz. Diese Verfahren brauchen leere, unbewohnte Räume und werden nur von geschulten Fachkräften durchgeführt.

Wer zu früh streicht, streicht zweimal.

Welche Reinigungsverfahren gibt es?

Welches Verfahren passt, hängt vom Material und von der Rußmenge ab. Bei einem kleinen Schaden in der Küche reichen andere Mittel als nach einem Kellerbrand.

  • Trockenreinigung: Rußschwämme aus Naturkautschuk nehmen losen Ruß von Wänden und Decken auf, ohne ihn zu verschmieren.
  • Absaugen: Sauger mit Feinstfilter holen Ruß aus Ritzen, von Lampen und aus Heizkörpern.
  • Feuchtreinigung: Spezielle Reiniger lösen den fettigen Film auf glatten Flächen und Möbeln.
  • Strahlverfahren: Trockeneis- oder Sandstrahlen setzen Fachfirmen an Mauerwerk und Dachstühlen ein.

Reinigungspartner von Mr. Cleaner übernehmen den Ruß an Wänden, Decken und Möbeln. Strahlverfahren und Geruchsbehandlung bleiben bei darauf spezialisierten Betrieben.

Was übernimmt das Handwerk?

Sobald die Flächen sauber und trocken sind, beginnen die Handwerksbetriebe. Was durch Hitze oder Löschwasser zerstört ist, lässt sich nicht wegputzen. Typische Arbeiten sind:

  • Elektroleitungen, Steckdosen und Verteiler prüfen und erneuern.
  • Beschädigten Putz abschlagen und neu verputzen.
  • Böden tauschen, wenn sie verbrannt oder aufgequollen sind.
  • Fenster, Türen und Dichtungen ersetzen.
  • Wände mit sperrender Farbe grundieren und neu streichen.

Die Abstimmung übernimmt bei größeren Schäden oft ein Baumeister oder eine Sanierungsfirma. In Mehrparteienhäusern koordiniert die Hausverwaltung die Arbeiten an allgemeinen Teilen wie Stiegenhaus und Keller.

Wie lange dauert die Sanierung?

Die Dauer hängt vom Schaden ab und lässt sich vorher nur grob schätzen. Bei begrenztem Schaden kann die Reinigung einer Wohnung in wenigen Tagen erledigt sein, Trocknung und Handwerk dauern länger. Bei einem Schaden im ganzen Haus können Monate vergehen.

Wartezeiten entstehen oft zwischen den Schritten, etwa bis ein Sachverständiger kommt. Ein gemeinsamer Zeitplan aller Beteiligten hilft, Leerläufe kurz zu halten.

Auch die Entsorgung braucht Planung. Ob und wie Brandschutt angenommen wird, klären Sie vorab mit Gemeinde, Mistplatz oder Entsorger. Bei größeren Mengen wird ein Container bestellt, Akkus und Elektrogeräte werden getrennt abgegeben.

Was passiert mit Möbeln, Textilien und Geräten?

Harte Oberflächen lassen sich meist reinigen, etwa lackierte Kästen, Tische aus Kunststoff oder Fliesen. Offenporiges Holz und Polster nehmen Geruch stärker auf.

Kleidung, Vorhänge und Bettwäsche gehören in eine darauf spezialisierte Putzerei. Elektrogeräte sollten vor dem Einschalten von einer Fachkraft geprüft werden, weil Ruß Kurzschlüsse verursachen kann.

Dokumente, Fotos und Erinnerungsstücke

Papier nimmt Rauch und Löschwasser rasch auf. Nasse Unterlagen sollten nicht auf dem Heizkörper oder im Backrohr getrocknet werden, weil sie sich dabei wellen und verkleben.

Für wichtige Akten oder Fotoalben gibt es Fachbetriebe, die nasses Papier einfrieren und schonend trocknen. Bis dahin hilft es, die Stücke flach in Sackerl zu legen und kühl aufzubewahren.

Gut zu wissen: Lebensmittel, die offen im Raum standen, gehören in den Mist. Das gilt auch für Kosmetik und Medikamente in der Nähe des Brandherds.

Wer zahlt die Brandschadensanierung?

In Österreich sind in der Regel zwei Polizzen betroffen. Die Gebäude- oder Eigenheimversicherung deckt Schäden am Haus, die Haushaltsversicherung den Hausrat. Was genau übernommen wird und ob Haftpflichtfragen dazukommen, hängt von Ursache und Polizze ab.

Für Mieter gilt: Schäden an Wänden und fixen Einbauten betreffen meist den Eigentümer. Die Einrichtung ist Sache der eigenen Haushaltsversicherung.

Rechnungen für Reinigung und Handwerk gehen an den Auftraggeber, der sie bei seiner Versicherung einreicht. Liegt bereits eine Kostenübernahme vor, legen Sie diese der Anfrage bei.

Auftraggeber kann auch die Versicherung selbst sein. Klären Sie vor Beginn der Arbeiten, wer beauftragt und wer die Rechnung bekommt.

Stimmen Sie größere Aufträge vorher mit der Versicherung ab. Manche Versicherer schicken zuerst einen eigenen Sachverständigen, bevor sie eine Kostenübernahme bestätigen. Bewahren Sie alle Angebote, Rechnungen und den Schriftverkehr gesammelt auf.

Reinigungspartner im Einsatz

Reinigungspartner bei einer Brandreinigung

Nach dem Brand den nächsten Schritt planen

Kostenlose Besichtigung bei größerem Aufwand

Wann sich Hilfe bei der Reinigung lohnt

Ruß an Wänden, Decken und Möbeln lässt sich mit Haushaltsmitteln kaum entfernen. Mit der falschen Methode wird er verschmiert und dringt tiefer ein. Hier lohnt eine Brandreinigung, bevor die Handwerker kommen.

Mr. Cleaner vermittelt dafür lokale Reinigungspartner.

Bei größerem Aufwand kommt ein Reinigungspartner zur kostenlosen Besichtigung, danach gibt es einen festen Preis. Für Schäden ist der Reinigungspartner versichert.

Die Sanierung selbst, also Putz, Böden und Elektrik, übernehmen Handwerksbetriebe. Eine Anfrage zur Brandreinigung nach Ruß und Rauch bringt rasch eine Antwort. Wie Sie Ruß selbst einschätzen, zeigt der Ratgeber Ruß nach einem Brand entfernen, Sofortmaßnahmen finden Sie unter Reinigung nach Brandschaden.

Fazit: Erst reinigen, dann sanieren

Eine Brandschadensanierung gelingt, wenn jeder Schritt zum richtigen Zeitpunkt kommt. Sicherheit, Dokumentation, Trocknung, Rußreinigung und dann das Handwerk ist die bewährte Reihenfolge. Wer sie einhält, spart Zeit und doppelte Arbeit.

Ein paar Wochen später ist das Stiegenhaus in Urfahr wieder hell. Nur im Kellerabteil erinnert der neue Estrich noch an den Abend mit dem Akku.

Dark green decorative wave