Saharasand und Blütenstaub: der Fensterputz-Klassiker im Frühjahr
Kaum ist der Winter vorbei, liegt auf vielen Fensterscheiben ein Schleier. Mal ist er rötlich und sandig, mal gelb und klebrig. Saharastaub und Blütenstaub sind zwei verschiedene Gegner und brauchen eine unterschiedliche Behandlung.
Hier lesen Sie, woran Sie beide erkennen, warum trockenes Wischen Kratzer macht und wann sich das Putzen wirklich lohnt. Dazu gibt es eine Anleitung Schritt für Schritt und Hinweise zu Rahmen, Dichtungen und Fliegengittern.
Klagenfurt, Ende März. Frau Moser hat ihre Fenster zu Ostern frisch geputzt, die Scheiben glänzen.
Zwei Tage später bringt der Südwind einen kurzen Regen. Am nächsten Morgen sind Auto, Balkongeländer und Fenster mit orangen Tupfen übersät. „Das darf doch nicht wahr sein. Alles noch einmal?“
Woran erkennt man Saharastaub am Fenster?
Saharastaub kommt mit Südströmungen über das Mittelmeer bis nach Österreich. Fällt dabei Regen, bleiben auf den Scheiben rötliche oder bräunliche Tropfenränder zurück. Man spricht dann auch von Blutregen.
Ohne Regen legt sich der Staub als matter, gelblich grauer Film ab. Mit dem Finger fühlt er sich fein und leicht körnig an.
Blütenstaub dagegen ist leuchtend gelb und eher schmierig. Er kommt in Wellen: Hasel und Erle früh im Jahr, die Birke im April, danach die Gräser bis in den Sommer.
Warum macht trockenes Wischen Kratzer?
Die Sandkörner aus der Wüste sind winzig, aber hart. Wer sie trocken über das Glas reibt, schleift die Oberfläche wie mit feinem Schleifpapier. Die Spuren sieht man später im Gegenlicht als feine Kratzer.
Auch ein Mikrofasertuch hilft hier nichts, solange es trocken ist. Es nimmt die Körner auf und zieht sie mit jedem Wisch weiter über die Scheibe.
Dasselbe gilt für Glasdächer über der Terrasse und für Wintergärten. Dort bleibt der Sand nach dem Regen besonders lange liegen, weil die Flächen flacher sind als ein Fenster.
Bei Saharastaub gilt deshalb: erst Wasser, dann Tuch.
Fenster nach Saharastaub putzen lassen
Klare Scheiben und schonende Reinigung, auch bei Kastenfenstern
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Putzen?
Sofort nach dem Staubregen loszulegen, ist selten sinnvoll. Oft folgen in den Tagen danach weitere Schübe, gerade bei anhaltendem Südwind. Ein Blick auf den Wetterbericht spart einen Durchgang.
Beim Blütenstaub ist es ähnlich. Wer Allergiker im Haushalt hat, putzt in der Hauptblüte öfter, alle anderen warten das Ende der Birkenblüte ab.
Wie oft während der Pollenzeit geputzt wird, hängt vom Haushalt ab. Für Allergiker zählt vor allem das Fensterbrett innen, weil von dort Pollen in die Wohnung wandern. Ein feuchtes Tuch über Brett und Rahmen bringt hier mehr als eine blanke Scheibe.
Am besten putzen Sie an einem bedeckten Tag oder in der Früh. In der prallen Sonne trocknet das Wasser zu rasch und hinterlässt Schlieren.
Saharastaub entfernen: Schritt für Schritt
- Vorspülen: Scheibe mit viel klarem Wasser aus Kübel und Schwamm benetzen, ohne Druck.
- Einweichen: einige Minuten warten, damit sich die Körner lösen.
- Waschen: warmes Wasser mit wenig Geschirrspülmittel auftragen, sanft von oben nach unten arbeiten.
- Abziehen: mit dem Fensterabzieher in Bahnen abziehen, die Gummilippe nach jeder Bahn abwischen.
- Nachpolieren: Ränder mit einem sauberen, feuchten Mikrofasertuch oder Fensterleder nacharbeiten.
Gut zu wissen: Scharfe Scheuermittel, Stahlwolle und Ceranfeldschaber gehören nicht ans Fenster. Sie verschlimmern Kratzer, statt sie zu beseitigen.
Wie Abzieher, Leder und Tuch zusammenspielen, beschreibt der Ratgeber Fenster richtig putzen ausführlich.
Welche Mittel und Hilfsmittel taugen gegen Staub und Pollen?
Teure Spezialreiniger braucht es nicht. Warmes Wasser mit ein paar Tropfen Geschirrspülmittel löst Sand und Pollen zuverlässig. Bei kalkhaltigem Leitungswasser hilft ein Schuss Essig gegen weiße Ränder, Dichtungen danach klar nachwischen.
- Fensterabzieher mit weicher Gummilippe: spart das Trockenreiben und damit Kratzer.
- Teleskopstange: erreicht Oberlichten und Glasdächer, ohne dass Sie sich weit hinauslehnen.
- Zwei Kübel: einer mit Spülwasser zum Vorspülen, einer mit sauberem Putzwasser.
- Gartenschlauch mit sanftem Brausestrahl: eignet sich zum Vorspülen von Wintergarten und Terrassenglas.
Wichtig: Ein Hochdruckreiniger ist keine Abkürzung. Der harte Strahl drückt Wasser in Dichtungen und Rahmen und kann Silikonfugen lösen.
Warum hinterlässt Blütenstaub einen gelben Film?
Pollen enthalten Öle und Eiweiß, damit sie an Insekten und Blüten haften. Genau diese klebrige Hülle sorgt dafür, dass sie an Glas und Rahmen festhaften. Kommt Feuchtigkeit dazu, entstehen gelbe Schlieren.
Gegen das Fett hilft warmes Wasser mit etwas Geschirrspülmittel. Ein Schuss Essig im Wischwasser löst Reste, sollte aber nicht auf Gummidichtungen bleiben.
Allergiker tragen beim Putzen am besten eine einfache Maske und waschen danach die Hände. Das nasse Tuch kommt sofort in den Kübel und nicht zurück aufs Fensterbrett.
Eine Glasversiegelung aus dem Fachhandel lässt Wasser abperlen. Pollen und Staub haften dann weniger, ganz verhindern lassen sie sich aber nicht.
Wie schützen Sie Fenster und Wohnung vor Pollen?
Ein Pollenschutzgitter im Fensterrahmen hält einen Teil der Pollen draußen, ohne dass Sie auf frische Luft verzichten. Gelüftet wird am besten kurz und kräftig, etwa nach einem Regenschauer, wenn die Luft weniger Pollen trägt. Gekippte Fenster über Stunden lassen dagegen laufend Staub herein.
Auch Balkonmöbel und Blumenkisten direkt unter dem Fenster sammeln Pollen. Wer sie abwischt, bevor die Scheiben gereinigt werden, trägt beim Putzen weniger Staub nach.
Wann sich das Putzen nach der Blütezeit am meisten lohnt, steht im Ratgeber Pollenflug: Wann putze ich die Fenster?
Rahmen, Dichtungen und Fliegengitter nicht vergessen
Sand und Pollen sammeln sich nicht nur auf dem Glas. In Falzen, Rinnen und auf dem Fensterbrett liegt oft mehr als auf der Scheibe.
- Rahmen: Kunststoff mit milder Lauge, Holz nur nebelfeucht wischen.
- Falze und Entwässerungsrinnen: mit einem Pinsel oder Staubsauger vorreinigen, dann feucht nachwischen.
- Dichtungen: mit klarem Wasser säubern und nach dem Trocknen mit etwas Pflegemittel geschmeidig halten.
- Fliegengitter: abnehmen und in der Badewanne abbrausen, sie halten viele Pollen zurück.
- Kastenfenster im Altbau: vier Glasflächen statt zwei, der Innenraum zwischen den Flügeln sammelt viel Staub.
Reinigungspartner im Einsatz
Wann lohnt sich Hilfe beim Fensterputzen?
Große Glasflächen, hohe Fenster im Stiegenhaus oder ein Wintergarten kosten nach einem Staubregen rasch einen ganzen Tag. Wer keine Zeit oder keine sichere Leiter hat, gibt die Arbeit besser ab.
Über Mr. Cleaner fragen Sie eine Fensterreinigung an und erhalten rasch eine Antwort. Abgerechnet wird auf Stundenbasis, gebucht wird ab 2 Stunden, der Termin ist meist in 2 bis 5 Tagen möglich.
Sinnvoll ist ein Termin nach dem Ende der Hauptblüte oder nach einer längeren Phase mit Südwind. Dann bleibt das Ergebnis länger sichtbar, und Rahmen, Falze sowie Fensterbretter kommen gleich mit.
Die Reinigungspartner kennen das Problem mit dem Sand und spülen vor. Für Schäden ist der Reinigungspartner versichert.
Als Richtwert rechnen Reinigungspartner mit 15 bis 20 Minuten je Fenster mit zwei Flügeln, innen und außen samt Rahmen. Ein Kastenfenster braucht wegen der vier Glasflächen eher 30 bis 40 Minuten. Rahmen, Falz und Fensterbänke sind dabei inklusive, Jalousien und Rollos kommen auf Wunsch dazu.
Gearbeitet wird mit Leitern bis etwa 3 Meter. Liegen Fenster höher, ist ein Gerüst nach Absprache möglich, das extra kostet. Berechtigte Mängel werden kostenlos nachgereinigt. Melden Sie sie am besten bei der Abnahme, sonst möglichst binnen 48 Stunden.
Fazit: Erst spülen, dann wischen
Saharastaub ist hart und kratzt, Blütenstaub ist fettig und schmiert. Beides löst sich mit viel Wasser, etwas Geschirrspülmittel und Geduld beim Zeitpunkt.
Frau Moser hat diesmal eine Woche gewartet, bis der Südwind abgeflaut war. Dann hat sie vorgespült und abgezogen, und die Scheiben glänzten ohne einen einzigen Kratzer.
