11 skurrile Wohnungsfragen, die jeder kennt und kaum jemand stellt
Jede Wohnung hat ihre Eigenheiten. Rohre knacken, Gläser klirren, und die Lampe im Bad summt leise vor sich hin. Hinter vielen dieser kleinen Rätsel steckt einfache Physik oder Chemie.
Dieser Beitrag beantwortet 11 Fragen, die sich viele schon gestellt haben, ohne sie laut auszusprechen. Bei manchen genügt ein Handgriff, bei anderen ist das Geräusch oder der Geruch ein Warnsignal.
Wien-Ottakring, zwei Uhr in der Nacht. Frau H. liegt wach in ihrer Altbauwohnung. In der Küche tropft der Hahn, im Gang knackt ein Rohr, und im Kasten klirren leise die Gläser.
Draußen fährt die letzte Straßenbahn vorbei. „Spukt es hier, oder bin ich einfach nur müde?“, fragt sie sich und zieht die Decke über den Kopf.
Nachts in der Wohnung: Geräusche, die wach halten
1. Warum knacken Heizungsrohre ausgerechnet in der Nacht?
Viele Heizungen senken die Temperatur in der Nacht automatisch ab und fahren sie in der Früh wieder hoch. Metall dehnt sich beim Erwärmen aus und zieht sich beim Abkühlen zusammen. Reiben die Rohre dabei an Mauerdurchbrüchen oder Rohrschellen, knackt es.
Dass Sie es nachts hören, liegt auch an der Stille. Gluckern und Rauschen deuten eher auf Luft im System hin. Dann hilft es, die Heizkörper zu entlüften.
Gegen das Knacken hilft oft eine sanftere Nachtabsenkung, weil das Metall dann weniger arbeitet. Stört es dauerhaft, kann ein Installateur Rohrschellen mit Gummieinlagen setzen. Gefährlich ist das Geräusch selbst nicht.
2. Weshalb tropft der Hahn genau dann, wenn man ins Bett geht?
Der Hahn tropft meist schon den ganzen Tag. Erst in der Ruhe der Nacht fällt das Geräusch auf. Dazu kommt, dass der Wasserdruck in der Leitung steigen kann, wenn im Haus kaum jemand Wasser zapft.
Die Ursache ist in der Regel eine abgenutzte Dichtung oder Kartusche. Ein Tausch ist kein großer Aufwand. Bis dahin dämpft ein um den Auslauf gebundener Faden das Plätschern im Becken.
Warten lohnt sich trotzdem nicht. Ein stetig tropfender Hahn verschwendet übers Jahr eine beachtliche Menge Wasser. Bei Warmwasser kommt noch die Energie für das Aufheizen dazu.
3. Wieso klirren Gläser im Kasten ohne erkennbaren Grund?
Jedes Glas hat eine Frequenz, bei der es besonders leicht mitschwingt. Vorbeifahrende Straßenbahnen, Lastwagen, die Waschmaschine im Schleudergang oder ein Subwoofer können diese Schwingung auslösen. Dünnwandige Gläser reagieren stärker als dicke Becher.
Abhilfe schafft eine dünne Filz- oder Antirutschmatte auf dem Fachboden. Stellen Sie die Gläser außerdem mit etwas Abstand zueinander.
Heizung und Wärme: die kleinen Rätsel der kalten Monate
4. Warum riecht die Heizung beim ersten Einschalten verbrannt, und das vor allem im Schlafzimmer?
Über den Sommer sammelt sich auf und zwischen den Heizrippen Staub. Wird der Heizkörper im Herbst zum ersten Mal warm, verschwelen diese Teilchen und riechen angebrannt. Im Schlafzimmer ist das oft stärker, weil dort weniger geheizt und seltener Staub gewischt wird.
Wischen oder saugen Sie die Heizkörper deshalb vor dem ersten Einschalten aus. Dafür gibt es schmale Heizkörperbürsten.
Gut zu wissen: Riecht es nach Gas, schalten Sie nichts ein oder aus, öffnen Sie die Fenster und verlassen Sie die Wohnung. Den Gasnotruf erreichen Sie in Österreich unter 128.
5. Fußbodenheizung: durchlaufen lassen oder zeitweise ausschalten?
Eine Fußbodenheizung reagiert träge. Sie braucht Stunden, bis der Estrich warm ist, und gibt die Wärme danach lange ab. Ständiges Ein- und Ausschalten bringt deshalb wenig.
In gut gedämmten Häusern ist eine gleichmäßige, moderate Temperatur meist die bessere Wahl. In schlecht gedämmten Altbauten kann eine leichte Absenkung sinnvoll sein. Lassen Sie die Räume aber nicht auskühlen, sonst steigt das Schimmelrisiko.
Gerüche, die stutzig machen
6. Warum riecht die frisch gestrichene Wand nach Fisch?
Manche Farben enthalten Zusatzstoffe, die beim Trocknen leicht fischig riechen. Gut lüften und einige Tage warten löst das Problem in der Regel.
Hilfreich ist Querlüften mehrmals am Tag, bei geschlossener Tür zum Rest der Wohnung. Heizen Sie den Raum dabei leicht, damit die Farbe zügig durchtrocknet.
Ernster ist ein Fischgeruch an Steckdosen, Schaltern oder Lampen. Er kann von überhitztem Kunststoff stammen. In diesem Fall die Sicherung ausschalten und eine Elektrofachkraft holen.
7. Warum sollte ein ausgeschalteter Kühlschrank nicht geschlossen bleiben?
Wird ein Kühlschrank abgetaut und zugemacht, bleibt Restfeuchte im Inneren. Ohne Luftaustausch bilden sich in wenigen Tagen Schimmel und ein muffiger Geruch. Das kennen viele aus dem Wochenendhaus oder der Hütte nach dem Winter.
Wischen Sie das Gerät nach dem Abtauen trocken und lassen Sie die Tür einen Spalt offen. Ein zusammengefaltetes Geschirrtuch in der Tür genügt.
Ist der Geruch schon da, waschen Sie Innenraum, Dichtungen und Fächer mit Essigwasser aus. Eine Schale Natron über Nacht bindet hartnäckige Reste. Sichtbaren Schimmel in den Gummidichtungen bekommen Sie selten ganz heraus, dann hilft nur eine neue Dichtung.
Bad und Licht: warum es summt und surrt
8. Wieso surrt die LED-Lampe im Bad, aber nicht im Wohnzimmer?
Im Bad sind oft Einbaustrahler mit Niedervolt-Trafo verbaut. Ein alter Trafo passt elektrisch nicht immer zu neuen LED-Leuchtmitteln und beginnt zu brummen. Auch ein Dimmer, der nicht für LED ausgelegt ist, erzeugt Surren.
Im kleinen, gefliesten Bad hallt das Geräusch zudem stärker als im Wohnzimmer mit Teppich und Vorhängen. Lassen Sie Trafo oder Dimmer von einer Elektrofachkraft tauschen.
Ein Hinweis beim Kauf hilft, das Problem gar nicht erst entstehen zu lassen. Auf der Verpackung steht, ob ein Leuchtmittel dimmbar und für bestehende Trafos geeignet ist. Flackert die Lampe zusätzlich oder wird sie heiß, schalten Sie sie aus.
9. Warum fliegen Fliegen immer gegen dieselbe Scheibe, obwohl das Fenster daneben offen ist?
Fliegen orientieren sich am Licht. Die geschlossene Scheibe wirkt für sie genauso hell wie die Öffnung daneben. Glas als Hindernis erkennen sie nicht.
Dunkeln Sie den Raum ab und öffnen Sie nur ein Fenster ganz. Die Fliege findet dann rasch den Weg ins Helle. Auf Dauer helfen Fliegengitter.
Kasten und Boden: kleine Rätsel mit Folgen
10. Warum gehen Motten auch an frisch gewaschene Kleidung?
Kleidermotten legen ihre Eier bevorzugt auf getragene tierische Fasern wie Wolle, Seide oder Fell. Ihre Larven fressen Eiweißfasern und mögen Reste von Haut und Schweiß. Ein einziger getragener Pullover im Kasten genügt, um die frische Kleidung daneben mitzugefährden.
Legen Sie nur saubere Sachen in den Kasten und lüften Sie ihn hin und wieder. Befallene Stücke können Sie für einige Tage in den Tiefkühler legen. Zedernholz und Lavendel schrecken die Falter ab, töten aber keine Larven.
Bei einem Befall räumen Sie den Kasten komplett aus und saugen Fugen und Ecken ab. Danach wischen Sie die Flächen feucht aus. Pheromonfallen zeigen, ob noch Falter unterwegs sind, lösen das Problem aber nicht allein.
11. Warum bleiben im Teppich Flecken, wo früher Möbel standen?
Zwei Dinge spielen zusammen. Sonnenlicht bleicht die frei liegenden Fasern aus, unter dem Möbel bleibt die Farbe kräftig. Gleichzeitig drückt das Gewicht den Flor flach.
Für Druckstellen gibt es einen bewährten Trick: Eiswürfel darauflegen, schmelzen lassen und den Flor danach mit einer Bürste aufrichten. Gegen das Ausbleichen hilft es, den Teppich ab und zu zu drehen.
Ausgebleichte Fasern lassen sich nicht mehr zurückfärben, auch nicht durch eine Reinigung. Wohl aber verschwindet der Grauschleier auf dem Rest der Fläche. Danach wirkt der Unterschied oft weniger hart.
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Wann sich Hilfe lohnt
Viele dieser Rätsel lösen Sie mit einem Handgriff. Für Gas, Strom und Wasserleitungen sind aber immer Fachleute zuständig, nicht die Putzkiste.
Anders ist es bei Staub auf Heizkörpern, muffigen Kühlschränken oder schwer erreichbaren Ecken. Mr. Cleaner vermittelt lokale Reinigungspartner für eine einmalige Wohnungsreinigung, etwa vor der Heizsaison. Sie bekommen rasch eine Antwort, ein Termin ist meist in 2 bis 5 Tagen möglich.
Abgerechnet wird auf Stundenbasis, Buchungen sind ab 2 Stunden möglich. Für Schäden ist der Reinigungspartner versichert.
Welche Stellen beim Putzen leicht vergessen werden, lesen Sie im Beitrag über übersehene Bereiche beim Putzen. Warum eine saubere Wohnung trotzdem muffig riechen kann, erklärt der Ratgeber zu Gerüchen in sauberen Räumen.
Fazit: Kein Spuk, sondern Physik
Knacken, Tropfen, Summen und seltsame Gerüche haben meist eine einfache Erklärung. Wer die Ursache kennt, kann gelassen bleiben oder gezielt handeln, wenn ein Warnsignal dahintersteckt.
Frau H. hat inzwischen eine neue Dichtung im Hahn und eine Filzmatte im Kasten. Wenn nachts die letzte Straßenbahn vorbeifährt, bleibt es in ihrer Wohnung still.
